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Ehrlichkeit, Treue und Dankbarkeit

Beim großen Gatsby gibt es viel Glanz und Glamour, doch eine Eigenschaft vermisst man bei allen Figuren des großen Romans: Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit. Der Einzige, der sich dieser Eigenschaft rühmt, ist Nick, der Erzähler. Er erklärt dass er zunächst eine Bindung lösen muss, bevor er sich mit Mrs. Baker einlassen kann. Und das jeder sich eine Kardinalstugend zuschreibe, bei ihm sei es die Ehrlichkeit. Wie weit es damit bestellt ist, das vermag man als Leser nicht zu beurteilen, denn er ist ja der Erzähler, das bedeutet, dass wir die Ereignisse durch seine Augen sehen. Und nicht nur die Ereignisse werden durch seine Sicht geprägt, auch die Wahrnehmung der Akteure. Und so ist es ja nachvollziehbar, dass er bei dem ganzen Geflecht aus Unaufrichtigkeiten, Betrug und Mord als einziger aufrichtig und gut darsteht. Wer würde schon die möglichst schlechte Seite von sich selbst zu Vorschein bringen, wenn man eine Geschichte für andere Leser aufzeichnet.
Doch Nick beleuchtet dafür sehr genau die Unzulänglichkeiten und Unehrlichkeiten der anderen Figuren:
Die Beziehung von Tom und Daisy Buchanan ist nur oberflächlich gut und harmonisch. Bereits beim ersten Wiedersehen, beim gemeinsamen Abendessen mit Mrs Baker, kommt heraus, dass Tom eine Freundin in New York hat.
Diese wird Nick auch umgehend und ungeniert vorgestellt. Jedoch scheint sich bei dem Fremdgehen eine Spur von schlechtem Gewissen zu regen: Er kann es nicht ertragen, dass die Geliebte den Namen seiner Frau nennt.

Seine Geliebte selbst, Myrtle Wilson, ist ebenfalls verheiratet. Der Betrogene kommt der Untreue auf die Schliche und sperrt sie ein. Ihre Befreiung war zugleich auch ihre letzte Handlung.

Von seiner Liebhaberin Jordan Baker hält Nick ebenfalls nicht viel. Er hält sie für einen unehrlichen Menschen und gibt dies offen zu ( siehe Carakteristik ). Jedoch stört er sich nicht daran, denn Frauen würde man solche Unehrlichkeiten leicht verzeihen meint er.

Insgesamt ist auch die ganze dargestellte Gesellschaft unaufrichtig und unwahrhaftig. Zwar erscheinen jede Menge Menschen auf den Feiern des großen Gatsby, jedoch kennt kaum jemand von ihnen ihn wirklich. Zwar wird mit Genuss der Alkohl getrunkenn und die Musik konsumiert, sowie das gesamte von ihm geschaffene Ambiente genutzt, jedoch lässt kaum einer der Besucher ein gutes Haar an ihm. Im Gegenteil, je mehr Menschen er bewirtet und zu sich einläd, desto schlechter wird sein Ruf.


Das Buch zeigt auch sehr deutlich wie undankbar die Menschen sind. Alle amüsieren sich auf Kosten des Hauptcharakers, doch als dieser einmal einen Rückhalt braucht ist keiner zur Stelle, schon auf dem Höhepunkt seines Seins sprechen die Leute schlecht über ihn, sogar auf seinen eigenen Feiern: S 80 „er ist ein junger Alkohlschmuggler“, sagten die jungen Damen, die irgendwo zwischen seinen Coctails und seinen Blumen einherwandelten“


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